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Name:
Redaktion SPHÄRE (info@biosphaere-alb.com)
Datum:Fr 12 Jun 2009 13:35:32 CEST
Betreff:Ritterland Schwaben in Münsingen
 

Emotionen kochen – dem Ritterland Schwaben haben einseitige und tendeziöse Berichterstartung den Start erschwert. Leserbrief-Schlachten wurden Ende Mai gefochten, ohne dass die Hintergründe und Ideen des Konzepts erläutert waren. SPHÄRE war beim ersten offiziellen Info-Abend am 10. Juni dabei und präsentiert auszugsweise die Konzepterläuterung von Ritterland-Chefs Albrecht Hummel und Michael Horn als Podcast.
http://www.biosphaere-alb.com/news/media_news/RITTERLAND/RITTERLAND_MP3_MONO.mp3

Münsingen: Das Konzept ist interessant und muss diskutiert werden. Doch die Leserbriefe in der Tagespresse lieferten mehr Stimmung als Fakten. In diesem Vakuum gedeihten wilde Spekulationen. Das Niveau der Erörterungen und Argumente vor diesem Infoabend glitt in einen unsachlich emotionalen Bereich, so dass selbst Bürgermeister Mike Münzing in der Diskussionsrunde bei der Präsentation sichtlich verletzt und enttäuscht reagierte. Er betonte, dass noch nichts entschieden sei. Das Projekt müsse nach dem Stadtratsbeschluss nun vom Landkreis und Regierungspräsidium geprüft werden.

Deshalb sollte der erste Info-Abend der wackeren Ritterland-Streiter am 10. Juni viele Bedenken zerstreuen. Hummel schwärmt und skizziert interessante Visionen. Ein Urwald soll entstehen. Bannwald statt Nutzholz, mächtige Buchen statt dürren Stämmen. Die Illusion des 13. Jahrhunderts soll perfekt sein, darum freut sich der in der Szene bekannte Restaurator und Liebhaber alter Handwerkskunst darauf, in den Lichtungen Stadtszenen, Bauernhäuser, Schmiden, Wallfahrtskirchen mit Originalmaterialien authentisch nachzubilden. Spax-Schraube: nein danke. Beton: bloß nicht. Pommes: das gab´s damals auch nicht. Robuste Urrinder sollen weiden, eine Sorte von der es weltweit nur noch rund 400 Tiere gibt und das Wollschwein, eine schmackhafte und ohne Antibiotika überlebensfähige Rasse – auch im Freien des harten Münsinger Winters. Die Idee: Essen wie vor 700 Jahren statt Fastfood und Cola.
Der 80 Hektar große Ritterwald wird leben. In Bauernküchen am offenen Feuer soll eine echte Magd sitzen, kräftige Ochsen sollen den Pflug durch den Acker furchen. Das Handwerk, der Alltag im Mittelalter sollen aufleben – auch die Bräuche der Ritter. Turniere, aber auch Theaterstücke locken als Veranstaltungshighlights.
In der Winterpause von November bis Februar werden Koreographien einstudiert und neue Lebensszenen geprobt.

SPHÄRE-Service:
Das Ritterland hatte schon bei verschiedenen Gemeinden nach Grundstücken gesucht, war aber mit ähnlich emotionalen Diskussionen konfrontiert (siehe Presselinks unten).
Damit sich die SPHÄRE-Leser selbst ein Bild von der Thematik Ritterland Schwaben machen können, hat die Redaktion diverse Links und ältere Berichten zusammengetragen. Auch in You-Tube hat SPHÄRE nach Filmmaterial gestöbert, damit alle Diskussionsteilnehmer auf einem halbwegs fundierten Wissenstand diskutieren.

Apropos Diskussion: Gerne laden wir Sie ein in unser Forum ein.

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